Die Anfänge 1855 und Entwicklung bis zum 2. Weltkrieg 1939
Über die Gründung des Vereins im Jahr 1855 gibt es leider keinerlei schriftliche Nachweise. Aus mündlicher Überlieferung ist jedoch bekannt, dass Heinstetter Musikanten sehr oft in Nachbarorten spielten, als zu jener Zeit noch sehr wenige Musikvereine in der Gegend bestanden. Ein schriftlicher Nachweis aus Rechnungsbüchern im Archiv der Ortschaftsverwaltung Heinstetten, in dem der Musikverein erwähnt wird, stammt aus dem Jahr 1876. Bei Nachforschungen anlässlich der 1200-Jahr-Feier wurde ein Dokument aus dem Jahr 1791 gefunden, aus dem hervorgeht, dass an Fronleichnam, 18. Juni 1791, Musikanten gespielt haben. Im Protokollbuch der Freiwilligen Feuerwehr Heinstetten ist zu lesen, dass bei ihrem ersten Feuerwehrfest am 23. Juli 1899 unter den Klängen des Musikvereins die neue Fahne zur Weihe getragen wurde. Die Zeit von 1876 bis 1932 ist sonst nur aus mündlicher Überlieferung bekannt. Der ehemalige aktive Musikant und Ehrenmitglied Reinhard Drissner erklärte im Oktober 1979 eidesstattlich, dass er selber 1912, sein Vater und seine Brüder schon im Jahr 1905 bei der damaligen Musikkapelle öffentlich gespielt haben.







Sein Vater bestätigte ihm, dass in Heinstetten schon 1876 der Musikverein bei kirchlichen und weltlichen Anlässen gespielt habe. Das erste, noch vorhandene Protokollbuch beginnt am 15. Mai 1932. An diesem Pfingstsonntag fand eine Versammlung statt, bei der sich die damals „drei“ bestehenden Musikkapellen zusammenschlossen. Erster Vorstand wurde Emil Löffler, Dirigent Reinhard Drissner. Die Gründungsfeier dauerte bis zum Mittag des Pfingstmontag und wurde mit einer Musikprobe beendet. Josef Drissner leitete den Verein von 1933 bis1936. Danach übernahm Josef Braun bis zum Beginn des 2. Weltkrieges, aus dem er nicht mehr zurückkehrte. Gespielt wurde bei allerlei kirchlichen und weltlichen Anlässen. Die Einnahmen die man z.B. beim Hochzeitspielen machte, wurden teilweise an die Musikanten ausbezahlt, der Rest kam in die Vereinskasse. Mit Kriegsausbruch im Jahr 1939 endet das erste Protokollbuch. Es erlosch jegliches Vereinsleben, viele Musikanten wurden eingezogen und mussten auf den Schlachtfeldern ihr Leben lassen.
Nachkriegszeit bis 1975





Als 1945 die französische Besatzungsmacht in Heinstetten einzog, wurden viele Instrumente beschlagnehmt. Trotz aller Widernisse bildeten sich bald wieder zwei Blasmusikgruppen.
Am 3.April 1954 erfolgte bei einer Versammlung der Zusammenschluss. Zum ersten Vorstand wurde Alois Gomeringer gewählt, den Taktstock übernahm Norbert Drissner. Die junge Musikerschar arbeitete mit viel Idealismus, zeitweise wurden drei Proben in der Woche abgehalten. Schon ein Jahr später wurde mit einem Fest vom 04.-06.Juni 1955 das 100-jährige Jubiläum gefeiert. Kurz darauf präsentierte man sich bei einem Auftritt in Meßstetten erstmals in neuer Uniform. Auf Bemühen der Vorstandschaft wurde der Verein im Mai 1955 in das Vereinsregister des Amtsgerichts Meßkirch eingetragen und trägt seither den Namen „e.V.“. Im Jahr 1957 gab es einen Dirigentenwechsel an den aktiven Musikanten Robert Raiber. Dieser besuchte mehrere Dirigentenlehrgänge und erweiterte das Repertoire.
Zur Feier des 110-jährigen Jubiläums in 1965 war die Größe des Klangkörpers auf 28 Aktive angewachsen und es konnte die dritte neue Uniform eingeweiht werden.
Zum Jahresende 1966 ging das Amt des 1. Vorsitzenden an Heinz Vögele.
1969 beteiligte man sich beim Wertungsspiel in Konstanz in der Mittelstufe und erreichte einen 1. Rang. Bei der Marschmusikbewertung war der Musikverein Gruppenbester und erhielt einen 1. Rang mit Auszeichnung. Im gleichen Jahr wurde das Bezirksfest des Hegau-Musikverbandes in Heinstetten gefeiert. Hierbei gastierte die Musikkapelle aus Istein. Ein Wechsel in der Vorstandschaft ergab sich 1972 und es übernahm Hans Buhl. Anlässlich ihrer Teilnahme beim Bundesmusikfest in Ebingen im Sommer 1974 beherbergten wir Musikkapelle und Fanfarenzug aus Bietigheim-Bissingen. Nach deren Ankunft in Heinstetten am Samstag-Nachmittag holten die Musiker ihre Instrumente aus dem Bus und spielten spontan auswendig ihren Erkennungs-Marsch, wobei sie zur Musik passend regelmäßig ihre Knie etwas beugten. Beim gemütlichen Zusammensein am Abend versprach uns der Flügelhornist, den „Holländer-Marsch“ zu notieren und
Von 1975 bis 1999 "ein halbes Jahrhundert" ist es her...
Einige Aktive aus der Kapelle können aus dieser Zeitspanne live berichten. Durch die Kreisreform und die Eingemeindung nach Meßstetten war man gerade aus dem Hegau-Musikverband in den Kreisverband Zollernalb übergetreten.
Proberaum war das untere Klassenzimmer im Schulhaus, wo zur Musikprobe die Tische nach hinten gerückt wurden und die Schülerstühle als Sitzgelegenheit genutzt wurden. Der „Holländer“ wurde ins Auswendigen-Repertoire aufgenommen.
Beim Wertungsspiel in der Mittelstufe im Juni 1975 in Hettingen (1. Rang m.A.) waren wir ca 32 Musiker und alle Jungmusikanten, inzwischen 13 bis 17 Jahre alt, längst bei den Aktiven eingereiht und eingekleidet. Historisch die ersten beiden Mädchen Gertrud Löffler und Birgit Löffler in unseren Reihen.
1976 konnte in der neu erbauten Mehrzweckhalle im Untergeschoss der Proberaum bezogen werden, das Vorstandsamt wechselte in diesem Jahr zu Georg Löckel.


Das erste Weinlaubenfest des MV Heinstetten war am letzten Septemberwochenende 1977. Bis heute ist diese Veranstaltung fester Bestandteil im Jahresprogramm und unverzichtbar für die Vereinskasse.
Beim Wertungsspiel in Owingen im Juni 1978 erreichte man erneut einen 1. Rang mit Auszeichnung. Dem seit 1979 amtierenden 1. Vorsitzenden Edmund Quarleiter war es vorbehalten, im Juni 1980 das 125jährige Jubiläum mit großem Festzelt zu organisieren. Im Rahmen des Festkonzerts am Samstagabend in der Festhalle, wo für den 2. Teil die Kreisverbands-Jugendkapelle gewonnen werden konnte, wurde unserem Verein vom Landrat die Pro Musica-Plakette überreicht. Neben der Aktivenanzahl 39 kann man der Festschrift entnehmen, dass zu diesem Zeitpunkt fast die Hälfte der Musiker unter 25 Jahre alt war und gerade einmal 2 aktive Ehrenmitglieder.
Eine schwarze Stunde erlebte unser Verein im Oktober 1980 als bei einem tödlichen Autounfall unser Schulkamerad und Klarinettist Markus Raiber gerade 18-jährig aus unserer Mitte gerissen wurde. Nur langsam trat nach diesem tragischen Ereignis wieder Normalität ins Vereinsleben ein.
Vereinsausflüge in den 80er Jahren führten uns nach Müchen, ins geteilte Berlin, Istein, Klewenalp, Kappelrodek und 1989 im Rahmen der Städtepartnerschaft nach Frankreich ins Loiretal. Die freundschaftlichen Beziehungen mit den Musikfreunden um die Ortschaft Savigne-sur-Lathan wurden über fast 20 Jahre mit insgesamt 3 Besuchen und 3 Gegenbesuchen intensiv gepflegt.
Die musikalische Leitung hatte Ende 1980 der bis dahin als Jugendleiter fungierende 23-jährige Gabriel Braun übernommen, auf ihn folgte für ca 1 Jahr Gerd Malzahn. Ein Neuaufbruch ergab sich ab 1988 mit der Verpflichtung des jungen Markus Beck aus Stetten a.k.M., der uns viele Jahre als Dirigent erhalten bleiben sollte. Zwischen 1983 und 1992 hatten wir uns unter Gabriel Braun und Markus Beck noch viermal mit jeweils sehr gutem Erfolg an Wertungsspielen in der Mittelstufe beteiligt. 1994 sah Markus die Zeit reif für den Schritt in die musikalische Oberstufe, und das gleich beim 4. Landesmusikfest Baden-Württemberg Anfang Juni in Wangen i. Allgäu. Schon der Stundenchor war natürlich für die meisten etwas Neues. Die Note „gut“ war für uns ein großer Erfolg, der im Vereinslokal Cafe Steidle gebührend gefeiert wurde.
Erste Vorsitzende waren in den 90er Jahren Martin Steidle und nach ihm Georg Löckel.
Eine Riesen-Sache in unserer Ortschaft war 1993 die 1200-Jahr-Feier. Natürlich wurden alle Festivitäten vom MV umrahmt und beim historischen Umzug vor ca. 15.000 Zuschauern beteiligten wir uns mit zwei Festwagen und als Musikkapelle in vier verschiedenen Uniformen.
Jedes für sich im großen Rahmen und Festzelt wurden vom Musikverein 1985, 90 und 95 die Jubiläen zum 130., 135. und 140jährigen Bestehen gefeiert. Unvergesslich bleiben für die Teilnehmenden die sich jeweils anschließenden Abbau- bzw. Helferfeste, auch oder gottseidank ohne Handy-Aufzeichnungen.
Seit seiner Gründung im Jahr 1960 hat der Musikverein den örtlichen Narrenverein Hau-Giebel mit dem „Petersburger Marsch“ begleitet. Den Narrenräten war es seit den 90er Jahren ein Anliegen, sich einen eigens für Hau-Giebel komponierten Narrenmarsch zuzulegen. Ab 1998 war es dann soweit, Helmut Schmid, damals wohnhaft im Gässle, hatte die Musik generiert und beim Arrangement für Blaskapelle legte sich unser Dirigent Markus ins Zeug. Baa bababa baa, das Ergebnis erleben wir bis heute jährlich während der Fasnetsaison.
Ein besonderes Erlebnis, nicht nur musikalisch, war die Teilnahme am 5. Internationalen Blasorchesterwettbewerb „Flicorno d´ORO“ in Riva del Garda (Italien) vom 26.-29.03.1999. Bei diesem Wettbewerb waren 42 Orchester aus ganz Europa zugelassen und mit dabei der Musikverein Heinstetten. Wir erreichten bei diesem Wettbewerb in der 3.Kategorie den 7.Platz. Es war eine tolle Gelegenheit sich ein paar Tage am schön gelegenen Gardasee aufzuhalten und diverse Konzerte und musikalische Highlights zu besuchen. Abends war dann Rambazamba angesagt, so dass auch der Spaß und das Feiern in diesen Tagen nicht zu kurz kam.
Ebenfalls in 1999 fällt die Gründung des Fördervereins, mit der Maßgabe, dass möglichst viel des mühsam über Veranstaltungen erwirtschafteten Geldes dem Verein für seine umfangreichen finanziellen Aufwendungen wie Instrument, Noten, Uniformen, Jugendarbeit etc. erhalten bleibt.
2000 - 2005
Der anstehende Milleniums-Jahreswechsel löste auf der ganzen Welt gemischte Gefühle aus. Die erwarteten Computercrashes wegen der Umstellung der Jahreszahl von 99 auf 00 blieben jedoch weitgehend aus und immerhin hatte man ja in Deutschland noch die D-Mark.
Im Heinstetter Musikverein rumpelte es in diesem Jahr richtig. In einem großen Stuhlkreis im Proberaum mit allen aktiven Mitgliedern, neutral geleitet von Senior Hans Buhl, wurde sich über Zukunftssorgen, Perspektiven, Vorsätze und Jugendarbeit ausgesprochen.
In der außerordentlichen Mitgliederversammlung im November übernahm Norbert Steidle den 1. Vorsitz. Mit ihm als Zugpferd einer engagierten Vorstandschaft, Markus Beck als Dirigent und Susanne Steidle, die als Leiterin der Juka das Dreamtrio vervollständigte, waren wir gut aufgestellt für die 2. Halbzeit unseres „halben Jahrhunderts“.
Ein besonderer Auftritt war die Teilnahme beim 3. Bundesmusikfest am 2.Juni 2001 in Friedrichshafen, bei dem wir an der Strandpromenade Fildenplatz in Fischbach ein Platzkonzert zum Besten gaben.
Seit 1996 im zweijährigen Rhythmus bei den Wertungsspielen in Balingen, Gammertingen und Obernheim zog es uns 2002 musikalisch schon wieder in die Ferne. Vom 03.-06. Januar fuhren wir zum Internationalen Blasmusikfestival in die goldene Stadt Prag, bei dem 21 internationale Orchester mit von der Partie waren und wir uns in der Mittelstufe das „silberne Band“ erspielten. Nicht nur musikalische Leistung, sondern auch gute Kameradschaft und freundschaftliche Verbundenheit war in diesen Tagen großgeschrieben. Neben einer sehr interessanten Stadtführung bei eiskalten -14°C wurden auch die Lokale der Stadt unsicher gemacht, und mit Becherovka auf tschechisch „Na zdravic“ auf die schönen, erlebnisreichen Tage angestoßen.
Dann warf auch schon das anstehende 150-jährige Jubiläum seine Schatten voraus. Anlässlich dieses Ereignisses und voller Tatendrang wollten wir uns im Vorfeld auf einer CD digital verewigen. Nach intensiver Probenarbeit konnte im November 2004 in der Festhalle in einem dreitägigen Marathon die Aufnahme erfolgen. Es sind Stücke zu hören wie die Ouverture Alpina Saga, James Bond 007, der Florentiner Marsch, die Bohemia Polka und vieles mehr.
Im Jubiläumsjahr 2005 war bereits am 12. März in der Heinstetter Festhalle das Auftakt-Konzert mit der Gruppe „Mnozil Brass“ aus Wien angesagt. Trotz heftigem Schneetreiben war die Halle brechend voll mit Insidern aus nah und fern. Da sie generell ohne Anlage auftreten, ließen es sich die etwas verspätet nach und nach eintreffenden Wahnsinns-Musiker nicht nehmen, mit ihrem Auftritt spontan zu beginnen sobald sie zu dritt waren.
Am 11.06.2005 folgte der offizielle Festakt mit vielen geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und den Vereinsvertretern.
Am 18.06.2005 wurde in Ladenburg dem MVH die Conradin-Kreutzer-Tafel verliehen.
Am Freitag 01.07.2005 fiel dann der Startschuss für das 27.Kreisverbands-Musikfest Zollernalb. Wie schon 10 Jahre zuvor wurde das große Festzelt mit Hilfe eines Festwirts und einer Bedienfirma bewirtet. Am Freitag füllten die Rockgruppe „Face“ und am Samstag die „Klostertaler“ das Zelt. Am Samstagnachmittag und am Sonntagmorgen stellten sich insgesamt 15 Kapellen den Juroren. Der Festumzug mit 62 Gruppen und der beeindruckende Gesamtchor auf dem Sportplatz fand am Sonntagnachmittag bei herrlichem Wetter statt., bevor am Montag noch das Kinderfest und Handwerkerhock folgten.
Unser Sommermärchen, schon ein Jahr bevor es Deutschland mit der Fußball-WM hatte, es bescherte uns die verdiente Aufmerksamkeit des gesamten Kreisverbands. Ganz nebenbei konnte das seit Jahren über dem Verein hängende Schuldengespenst ein für alle mal vertrieben werden
Mit dem Jubiläums-Weihnachtskonzert am 10.Dezember ließen die Jugendkapelle sowie die Aktiven des MVH das Jahr ausklingen.
2006 - 2010
Durch unsere inzwischen erlangte Routine bei Wertungsspielen mit Markus Beck ergab sich nach der Teilnahme in Geislingen 2002 mit „sehr gut“ in Dotternhausen in 2004 das Hammerergebnis „hervorragend“. In Ringingen 2006 konnten wir dies mit der Note „hervorragend“ und 93 Punkten, Tagesbestnote, noch einmal toppen. Nicht das erste oder letzte Mal zogen wir nach der Notenbekanntgabe mit der Heinstetter Fahne durch das jeweilige Festzelt.
Niemand wird es ihm verdenken, nach langfristiger Kündigung und dem Weihnachtskonzert 2006 endete für uns die Ära von Markus Beck nach sage und schreibe 18 Jahren. Bis heute ist der begnadete Tubist und Posaunist Markus in Heinstetten ein äußerst gern gesehener Gast beim MV Heinstetten.
Bilder folgen demnächst!
Am 12.01.2007 fand die erste Musikprobe mit dem neuen Dirigenten Aleksander Wassylenko statt, für die nächsten 4 Jahre der musikalische Leiter des Musikvereins.
Bei der Generalversammlung 2008 legte Norbert Steidle sein Amt als 1.Vorsitzender in die Hände von Rolf Buhl. Im Mai fand in der St. Agatha Kirche ein Kirchenkonzert mit dem Musikverein und der Jugendkapelle statt.
Nach zweieinhalb Jahren „Anpassungszeit“ besuchten wir am 05.07.2009 mit Dirigent Aleksander das Wertungsspiel beim Kreismusikfest in Dotternhausen. Mit den Stücken „Rodney Kraj“ und „Pilatus“ erspielten wir die Note „sehr gut“.
Im Juli machten wir einen zweitägigen Ausflug nach Rust, wobei ein nicht alltäglicher Auftritt im Europa-Park mit auf dem Programm stand.
Ein neues Outfit legten wir uns in 2010 zu. In diesem Jahr bekamen wir nach fast 20 Jahren eine neue Uniform, die beim Weihnachtskonzert erstmals präsentiert wurde.
2011 - 2015



Als Alexander Wassylenko bei der Generalversammlung 2011 zurücktrat, erklärte sich Susanne Steidle bereit, die Leitung zu übernehmen, bis der Verein einen geeigneten Nachfolger gefunden hat. Bereits beim Probedirigat im Juli 2011 mit dem Wehinger Thomas Moosbrucker war uns allen klar: „das passt !“ und man konnte sich auf eine musikalische Zusammenarbeit ab September einigen.
In 2012 stellten Rolf Buhl das Amt des Vorstands und Alexander Deufel nach jahrelanger Tätigkeit den 2. Vorstand zur Verfügung. Als Baritonregister sowie ihren handwerklichen und organisatorischen Fähigkeiten sind beide bis heute im Verein sehr wertvoll. Die Suche nach Nachfolgern war nicht einfach und so übernahm bei der Generalversammlung der junge Marcus Löffler das Amt des 1.Vorstands und Sylvia Nowaki wurde Stellvertreter.
Nach kaum einem Jahr unter Dirigent Thomas besuchten wir im Juli das Wertungsspiel in Geislingen. „Mit sehr gutem Erfolg“ ging es singend und zufrieden nach Hause.
Es folgten zwei Vereinsjahre mit den üblichen Verpflichtungen und durch ein steigendes musikalischer Niveau sehr ordentlichen Auftritten und Weihnachts-Konzerten. Im Jubiläumsjahr 2015 schlug das Event-Pendel wieder ordentlich aus.
Zunächst das musikalisches Highlight, die Teilnahme beim Landesmusikfest in Karlsruhe. Gut motiviert auch durch den im Vorfeld stattgefundenen Probenachmittag mit dem Komponisten Markus Götz. Mit dem von ihm komponierten Pflichtstück „Wildenstein“ und dem Selbstwahlstück „Freiheit“ von Kurt Gäble traten wir am 16. Mai im Konzertwettbewerb mit 11 Ober- und Höchststufenkapellen an. Die 72,6 Punkte waren ein achtbares Ergebnis in diesem Teilnehmerfeld. Ganz andere Qualitäten waren nach dem Einchecken im Hotel notwendig: Die Einbahnstraße zum Hotel wurde am Ende so eng, dass nicht einmal der Bus alleine weiterfahren konnte. Kurz entschlossen wurde der Anhänger von den Musikanten rückwärts mehrere hundert Meter zurückgeschoben. Bei der Einmündung in die zweispurige Bundesstraße stoppte Peter Steidle kurzerhand den Verkehr bis der Anhänger wieder angekoppelt war und wohlbehalten konnte zur Wertungsbekanntgabe aufgebrochen werden.
Und schon folgte nach monatelanger intensiver Vorbereitung vom 13. – 14. Juni das Festwochenende 41. Jugendmusiktage verbunden mit 160 Jahre MV Heinstetten. Neben der Festhalle war ein kleines Verpflegungszelt aufgebaut. In der Festhalle waren am Samstag und Sonntagvormittag die Wertungsspiele. Beim Festkonzert spielte unsere Jugendkapelle groß auf. Im Anschluss konnte Vorstand Marcus Löffler die Junge Bläserphilharmonie Zollernalb zu ihrem obligatorischen Auftritt bei den Jugendmusiktagen begrüßen. Etwas Besonderes war am Sonntagnachmittag auf dem Sportplatz der von Jugend-Dirigentin Susanne initiierte Flashmob, von dem in Youtube ein 11-minütiges Video abliegt. Danach war in der Halle das Nachmittagskonzert mit 3 Gast-Jugendkapellen und ab 17 Uhr die Wertungsspielbekanntgabe. Voller Stolz waren wir über das gelungene Fest und unsere Jugendarbeit.
Beim Weihnachtskonzert im Dezember gab Susanne Steidle nach 15 Jahren musikalischer Verantwortung für die Jugendkapelle diese an ihre Tochter Katja weiter.
2016 - 2020
Ab 2016 Sylvia Nowaki unsere 1. Vorsitzende. Zusätzlich zum jährlichen Pensum veranstalteten wir im April ein Benefiz-Kirchenkonzert in St. Agatha mit Juka und Aktiven.
Mit Vorfreude und der nötigen Anspannung ging es am So., 23.07.2017 frühmorgens in den Kreis Sigmaringen nach Ablach zum Kreismusikfest. Gut vorbereitet präsentierten wir den Juroren in der Oberstufe die beiden Stücke „Atlantis“ und „The New Village“.
Danach erwartete uns ein riesiges Festzelt, der Festumzug und Massenchor. Als es dann hieß MVH „mit hervorragendem Erfolg“, konnten wir es mal wieder richtig krachen lassen.
Eine Bestätigung für unseren Dirigenten Thomas Moosbrucker, dass wir uns auf einem richtig guten Weg befinden. Am 29.Oktober konnten wir das Landesblasorchester für ein Konzert in Heinstetten gewinnen, eine Lehrprobe mit dem künstlerischen Leiter Björn Bus inclusive. Einen würdigen Abschluss für dieses intensive Jahr bildete das Weihnachtskonzert vor einer proppenvollen Festhalle.








Ein gelungener, weinseliger Vereinsausflug führte uns im Oktober 2018 nach unserem eigenen Weinfest mal wieder an den Kaiserstuhl nach Königschaffhausen.
Mit 94,8 Punkten erreichte unsere Jugendkapelle beim Jugendkritikspiel in Unterjettingen am 18. November das beste Ergebnis jemals. Grund genug um sich und ihr Dirigentin Katja Steidle zu feiern.
Einen buchstäblich „Weißen Sonntag“ umrahmten wir am 28.April 2019 in Heinstetten. Auf unseren 920m üNN ging nach dem Gottesdienst ein Heuberg-Graupelgewitter nieder. Wie Schneemänner flüchteten wir zurück in die Kirche und spielten in den Bänken weiter.
Das Jahr 2020 begann wie alle anderen u.a. mit Narrenbaumstellen, Fasnetsumzügen und Heringessen. Die Skiausfahrt am 29.02. fiel noch einer Sturmwarnung zum Opfer, danach war tutti. Ob “Corona” eine Pandemie war oder nicht, erörtern bis heute andere. Auf jeden Fall legte fast zwei Jahre lang weltweit ein Teppich von Lockdowns, Verordnungen und Einschränkungen das öffentliche Leben zeitweise lahm. Die Mitglieder des Musikvereins Heinstetten versuchten im Rahmen der Verordnungen sich so gut wie möglich für Proben zu treffen. Ein Lob an die Vorstandschaft und den Dirigenten, die hier vorangingen und Verantwortung übernahmen. So konnte am 20.09.2020 und am 10.07.2021 jeweils auf der Hilb ein sogenanntes Klappstuhlkonzert stattfinden.
2021 - Jetzt






Ende 2021 entschärfte sich die Lage etwas, sodass am 18.09 unter strikter Einhaltung der Hygienevorschriften wenigsten die Jahreshauptversammlung nachgeholt werden konnte, ebenso der Volkstrauertag. U.a. unser Weihnachtskonzert fiel zum zweiten Mal aus, ebenso im neuen Jahr ein Großteil der Fasnet..
In 2022 konnten die Musikproben wieder regulär stattfinden, und spätestens beim Umrahmen der Erstkommunion in Schwenningen am 24.April waren wir personell wieder komplett. Dann endlich mal wieder ein Frühschoppen, nämlich beim Vatertags-Fest in Benzingen. Aller Widrigkeiten zum Trotz und Unsicherheit ob und wie es überhaupt stattfinden würde, hatten wir uns schon Anfang des Jahres zum Wertungsspiel in Geislingen angemeldet.
Am 03.07.2022 war es soweit. Wieder am Sonntag in aller Frühe machten wir uns auf die Socken um den Juroren die Stücke „The Return“ und „Fiskinatura“ vorzutragen.
Viele umliegende Musikvereine beneideten uns, wie gut wir nach der Corona-Pause schon wieder drauf waren, und so freuten wir uns ausgelassen über die Note „sehr-gut“.
Natürlich
erfolgte wie immer zuhause ein Triumphmarsch von der Hilb zum Proberaum zum
Feiern. Eine Woche später holten wir bei einer Sommerserenade in der Festhalle
mit Juka und Aktiven die Ehrungen der beiden ausgefallenen Weihnachtskonzerte
nach.
Wiederum eine Woche später, am 16.07 durften wir in Bad Saulgau am Samstagabend
die Serenade anlässlich des 200-jährigen
Jubiläums der Stadtkapelle mitgestalten.
Ende September endlich wieder unser Weinfest und am Jahresende das schon zwei
Jahre verschobene Konzert Nr. 10 unter Thomas Moosbrucker mit Wunschstücken aus
den vergangenen Jahren.
Ein sehr emotionaler Moment war bei diesem Konzert die Verabschiedung von Katja
Steidle als Dirigentin der Jugendkapelle. Mit viel Herzblut und ihrer eigenen mit
den Kindern sehr verbundenen Art hat sie sich in den vergangenen 7 Jahren um
die wichtigste Säule unseres Vereins mehr als verdient gemacht.
Zu Beginn der Fasnetsaison 2023 wurden wir von den Wehinger Narren
angefragt, ob wir sie einmal mit ihrem Narrenmarsch anführen könnten. Dies
ermöglichte es uns am 15. Januar beim Umzug in Villingen einmal in der Narren-Oberliga
mitzulaufen.
Eine spezielle Musikprobe für Aktive und Juka ereignete sich am 01.07. Da unser
Dirigent Thomas beim Woodstock der Blasmusik weilte, wurde er von den Mädels
des Dirigentenworkshops Liesa, Elina, Sophie, Theresa, Jenny und Svenja
vertreten.
Zum Ende der dreijährigen Wahlperiode übernahm bei der Generalversammlung 2024
sehr erfreulich die junge Generation Verantwortung mit Fabian Müller und Enrico
Joner als 1. und 2. Vorsitzende. Der eintägige Vereinsausflug ging dieses Jahr
an den Bodensee mit Schifffahrt und allem drum und dran. Das Weihnachtskonzert
bekam durch die Einbindung des Kirchenchores im zweiten Programmteil eine
besondere Note und stand in der Qualität von Jugendkapelle und Aktiven den
Vorjahren in nichts nach.
Das Jahr 2025
ist nicht nur bei der katholischen Kirche in Rom, wo zum Heiligen Jahr das
Bronzeportal rechts am Petersdom für ein Jahr geöffnet wird, etwas Besonderes. Beim Musikverein Heinstetten entwickelte sich dieses äußerst ereignisreich. Schon der in
der Fasnetsaison vom Musikverein erstmals wieder durchgeführte
Männertanz-Wettbewerb in der Festhalle wurde nicht nur durch den Podestplatz der
eigenen Tanzgruppe zu einem vollen Erfolg.
Musikalisch
folgte die Teilnahme beim Deutschen Bundesmusikfest in Ulm & Neu-Ulm.
Zeitig am Samstagmorgen 31.05. reisten wir mit 2 Bussen an um uns ab 11:30 im
Lessing-Gymnasium in der Kategorie 4 den Juroren zu stellen. Nicht nur die
Bewertung unserer beiden Stücke „Borgias“ und „Legend of Maracaibo“ „mit
hervorragendem Erfolg“ in einem Feld von ca. 50 Orchestern aus ganz Deutschland
waren der Höhepunkt dieses Wochenendes, sondern auch das nachmittägliche
Open-Air Konzert auf dem Petrusplatz in Neu-Ulm, der unvergessliche Massenchor
am Sonntag auf dem Münsterplatz und der anschließende Festumzug vor unzähligen
Zuschauern.
Die Unterbringung im Gasthof zum Bad, Langenau, und Hotel Romagna Mia,
Nersingen wurden zum Glücksgriff. Eigentlich waren für den Samstagabend nach
der Wertungsbekanntgabe auf dem Messegelände der Besuch der vielfältigen
Veranstaltungen im Stadtzentrum geplant. Dies viel wegen eines Gewitters alles
ins Wasser, also wohin mit unseren 2 Bussen voller feierwütiger Musiker. Auf
Anfrage bei Tonino La Bunda im Romagna Mia ließ dieser kurzfristig das Date mit
seiner schon voll in Schale anwesenden Freundin platzen und bewirtete die ganze
Meute in der Pizzeria im Erdgeschoss des Hotels.
Vier Wochen
später am Festwochenende vom 27.- 29. Juni war unser Verein der Veranstalter
der 49. Jugendmusiktage des Kreisverbandes verbunden mit dem 170-jährigen
Jubiläum des MV Heinstetten e.V.
Am Freitagabend eröffnete der Musikverein Schwenningen in der Festhalle und
darauf folgte ein Partyabend mit der Gruppe Schwaissblech.
Am Samstag ab 8:00Uhr begann die Bewirtung des Verpflegungszelts vor und die Durchführung
der Wertungsspiele in der Festhalle. Nicht selbstverständlich, dass auch unsere
Jugendkapelle als Veranstalter hier teilnahm. Das 38-köpfige Orchester unter
Thomas Moosbrucker eröffnete und lieferte mit „Troja“ und „Indian Fire“ einen
tadellosen Vortrag ab.
Beim Festakt am
späten Nachmittag waren im Rathaus zahlreiche geladene Gäste anwesend. Das
Festkonzert in der Halle bestritten unsere Jugendkapelle und traditionell das
Auswahlorchester Junge Bläserphilharmonie Zollernalb, u.a. bestückt mit 5
Musikern aus unserem Verein.
Der
Fest-Sonntag begann mit einem Gottesdienst in der Kirche, umrahmt vom
Musikverein. Zum Frühschoppen in der Festhalle spielte der MV Nusplingen, am
Nachmittag die Jugendkapellen aus
Schömberg und Meßstetten.
Als dann bei der Wertungsbekanntgabe für unsere Juka die Note hervorragend
bekanntgegeben wurde, war die Freude bei allen natürlich riesig. Großes Lob
erhielten wir von den Verantwortlichen des Kreisverbandes für die Durchführung
dieses Ereignisses.
Durch das aktuelle musikalische Niveau, die große Anzahl von Musikern, die
junge Vorstandschaft und den guten Zusammenhalt unserer Truppe kann der Verein
zuversichtlich in die Zukunft blicken in Richtung 175 Jahre MV Heinstetten.